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Welche Entwicklungen wird es 2021 in der Dampferwelt geben?

18.01.2021 16:55

Das neue Jahr hat gerade begonnen, daher wollen wir von TastE-smoke sowohl einen Rückblick auf die Entwicklungen der letzten Monate werfen als auch einen kleinen Blick nach vorne wagen. Dafür werden wir uns in diesem Artikel wieder einigen unserer Lieblingsthemen widmen - den wissenschaftlichen, politischen und rechtlichen Debatten über die E-Zigarette und uns abschließend dem ersten neugegründeten Konsumentenverband zuwenden. In unserem letzten Artikel berichteten wir ja bereits über die erfreulichen Umstände, dass die E-Zigarette immer mehr wissenschaftliche Anerkennung als effektives Mittel zur Rauchentwöhnung gewinnt. Diese Entwicklung wird sich aller Wahrscheinlichkeit nach auch 2021 fortsetzen, da wir mittlerweile über immer mehr Studien verfügen, welche die weitaus geringere Schädlichkeit der E-Zigarette gegenüber der Tabak-Zigarette belegen und es zudem immer mehr Wissenschaftler gibt, die auf diese Tatsachen hinweisen und die E-Zigarette als eines der effektivsten Mittel zur Rauchentwöhnung empfehlen. Allerdings hat sich diese Entwicklung in der Politik und Rechtsprechung hierzulande leider immer noch nicht durchgesetzt. Ganz im Gegenteil.

E-Zigarette immer mehr wissenschaftliche Anerkennung

Der Jahresbericht der Drogenbeauftragten der Bundesregierung 2020

Am 26. November wurde der Jahresbericht 2020 der Drogenbeauftragten veröffentlicht, indem jedes Jahr die aktuellen Entwicklungen und Probleme zum legalen und illegalen Drogenkonsum und Suchtverhalten in Deutschland analysiert werden. Zwar berichtet die derzeitige Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Daniela Ludwig, über die dramatische Entwicklung, dass 2020 mindestens 6000 mehr Menschen als letztes Jahr an den Folgen des Rauchens gestorben seien und das diesem Trend unbedingt entgegengewirkt werden müsse. Allerdings lässt ihr Bericht eine der wichtigsten Methoden zur Schadensminderung des Tabak-Konsums (Tobacco Harm Reduction) dabei vollkommen außer Acht: die E-Zigarette. Im Drogenbericht von 2019, über den wir letztes Jahr bereits ausführlich geschrieben haben, wurden wenigsten einige der bis zu diesem Zeitpunkt erhobenen positiven Ergebnisse zur E-Zigarette und ihrer Rolle bei der Rauchentwöhnung präsentiert. Zwar wurden auch damals diese Ergebnisse überhaupt nicht gegenüber der Öffentlichkeit kommuniziert, sondern lediglich die bevorstehenden Werbeverbote für Tabakprodukte und E-Zigaretten diskutiert. Dieses Jahr jedoch wurden die Potentiale der E-Zigarette zur Schadensminderung nicht einmal erwähnt und der Bericht startet sogleich mit den jetzt in Kraft tretenden Werbeverboten.

Deswegen erstaunt es natürlich nicht, dass die beiden großen Verbände der E-Zigaretten-Branche in Deutschland, das Bündnis für Tabakfreien Genuss (BfTG) und der Verband des eZigarettenhandels e.V. (VdeH), unmittelbar nach der Veröffentlichung des Drogenberichtes äußerst kritische Stellungnahmen veröffentlichten. Aber auch von wissenschaftlicher Seite kam unverzüglich Kritik. Noch am gleichen Tag veröffentlichte beispielsweise Prof. Dr. Heino Stöver, Direktor des Instituts für Suchtforschung (ISFF) an der Frankfurt University of Applied Sciences, eine Presseaussendung, in der er eine ausführliche Stellungnahme zum diesjährigen Drogenbericht vollzog. Dabei hob Stöver unter anderem das Problem hervor, dass "viele Facetten der Suchtproblematik im Jahresbericht systematisch ausgeklammert werden". Zwar trete die Drogenbeauftragte Daniela Ludwig erfreulicherweise in einigen Bereichen stark für die Methode der Harm Reduction ein, insbesondere bei illegalen Drogen wie der Substitution bei Heroinabhängigkeit. "Allerdings hält sie beispielsweise beim Thema Rauchen die Substitution durch E-Zigaretten weiterhin nicht für einen entscheidenden Punkt, der hierbei berücksichtigt werden sollte und verkennt damit die wissenschaftliche Faktenlage." In diesem Sinne folgert Stöver vollkommen zurecht:

"Mich haben die Zahlen, die Frau Ludwig aus dem demnächst erscheinenden Tabakatlas 2020 aufgelistet hat, bedrückt. Wir sprechen von einem Anstieg um 6.000 weitere Todesfälle, die durch das Rauchen von Zigaretten verursacht werden. Diese Zahlen könnten massiv reduziert werden, wenn es einen klaren Maßnahmenplan zur Lösung des Problems geben und das Thema Schadensminderung in alle Bereiche der Suchtprävention integriert würde".

Wie bereits letztes Jahr, ist es auch dieses Jahr wieder der "Alternative Drogen- und Suchtbericht", der jährlich vom akzept e.V. Bundesverband und der Deutschen Aidshilfe herausgegeben wird, der im Gegensatz zum Jahresbericht der Drogenbeauftragten, mit einer klareren und wissenschaftlicheren Stimme über die Potentiale der E-Zigarette spricht:

"Beim Tabak- und Alkoholkonsum könnte der Ansatz der Schadensminimierung ebenso erfolgreich sein, wird aber noch kaum genutzt. Ein gutes Beispiel sind die E-Zigarette und andere schadstoffreduzierte Tabakprodukte. Bisher werden sie vorwiegend als neue Probleme oder Aufgabenstellungen für die staatliche Regulierung betrachtet […] Daher plädieren wir auf Basis der wissenschaftlichen Erkenntnisse dafür, dass Raucher*innen, die nicht aufhören können oder wollen, der Umstieg auf E-Zigaretten empfohlen wird." (Seite 10)

Textauszug

Resümee der Werbeeinschränkungen ab Januar 2021

Über die neuen Werbeverbote für E-Zigaretten und verwandte Produkte berichteten wir ja schon mehrmals und im August letzten Jahres widmeten wir dem Thema einen ganzen Artikel. Da diese Werbemaßnahmen jetzt leider seit dem 01.01.2021 schon in Kraft getreten sind, möchten wir an dieser Stelle kurz noch einmal die wichtigsten Neuregelungen zusammenfassen. Allgemein sollte berücksichtigt werden, dass die neuen Werberegelungen nicht nur wie bisher E-Zigaretten-Hardware und nikotinhaltige Flüssigkeit betreffen, sondern auch nikotinfreie Flüssigkeiten wie Liquids, Aromen oder Basen. Ab diesem Jahr ist es gemäß des neuen Tabakerzeugnisgesetzes (TabakerzG) nicht mehr möglich, Printwerbung zum Beispiel in Zeitungen oder Zeitschriften sowie Onlinewerbung für oben genannte Produkte zu schalten, auch nicht in sozialen Medien wie Facebook oder Instagram. Die einzige Möglichkeit, die hier bestehen bleibt, sind redaktionelle Texte, da beispielsweise Reviews zu neuen Produkten, wenn sie keinerlei Werbung enthalten, von dem Verbot ausgeschlossen sind. Auch die Abgabe kostenloser E-Zigaretten-Produkte zu Werbezwecken oder mittels Gewinnspielen, wird außerhalb von Dampfer Shops nicht mehr möglich sein. Das viel besprochene Außenwerbeverbot hingegen, das ein Verbot von Werbung an Haltestellen, Plakatwänden und ähnlichen öffentlichen Orten betrifft, gilt für Tabakprodukte zwar schon ab diesem Jahr, E-Zigaretten-Produkte sind von diesem glücklicherweise aber erst ab dem 01.01.2024 betroffen - wobei Schaufenster und Innenwerbung von Dampfer Shops und anderen E-Zigaretten-Fachhändlern davon auch weiterhin ausgenommen bleiben. Eine gute und ausführliche Übersicht über die neuen Regelungen bietet der "Fact Sheet: Werbebeschränkungen E-Zigaretten, Liquids, Aromen ab 2021", den der bereits vorher genannte Verband des eZigarettenhandels (VdeH) am 07.12.2020 online veröffentlichte.

Fact Sheet

Konsumenten organisieren sich

Um den falschen Darstellungen in Politik und Medien entgegenzuwirken und einen Verbund aus Konsumenten zu organisieren, die abseits von wirtschaftlichen Interessen ihre Anliegen als Privatpersonen und Dampfer durchsetzen können, hat sich 2020 endlich ein erster Interessenverband von E-Zigaretten-Konsumenten offiziell gegründet. Die Website des Bundesverband Rauchfreie Alternative e.V. (BVRA) ging am 20.12.2020 online und seit dem 01.01.2021 kann jede natürliche Person Mitglied beim BVRA werden und dazu beitragen, dass die Interessen von Dampfern in der Politik und Öffentlichkeit mehr Anerkennung bekommen. Die Ziele des Verbandes sind klar und eindeutig umrissen, er möchte eine "Lobby der Konsumenten" darstellen, die sich grundlegend an wissenschaftlichen Forschungen und den bereits oben erwähnten Konzepten und Methoden der Harm Reduction orientiert.

"In der öffentlichen Diskussion um die E-Zigarette gibt es viele Protagonisten. Gesundheitsorganisationen, Lobbyisten und Politiker. Wir fordern die Anerkennung der Tobacco Harm Reduction auf Basis der wissenschaftlichen Evidenz […] Vertretern des Handels und der Industrie werden eigene Motive unterstellt. Bisher haben die Konsumenten es aber nicht geschafft, eine eigene politische Stimme zu entwickeln. Wir wollen das ändern. Wir wollen unsere Stimme erheben. Und wir meinen es ernst […] Viele Politiker, aber auch viele Mediziner, sind nur unzureichend über das Potenzial der Tobacco Harm Reduction informiert. Das möchten wir als glaubwürdige Interessensvertretung ändern. Ehrlich, transparent und unabhängig."

In diesem Sinne denken wir, dass es trotz der Unkenntnisse und Desinformationen, die in der öffentlichen Wahrnehmung bezüglich der E-Zigarette immer noch kursieren und den rechtlichen Restriktionen, mit denen das Dampfen als Mittel zur Schadensminderung immer wieder zu kämpfen hat, dennoch viel Grund zur Hoffnung gibt. Wenn wir uns weiter organisieren und mit Vehemenz und Wissenschaftlichkeit immer wieder auf die Potentiale der E-Zigarette zur Tobacco Harm Reduction hinweisen, kann 2021 ein gutes Jahr für die Dampferwelt werden. Wir haben schon viel erreicht – lassen wir uns, auch wenn es sicher immer wieder Rückschläge geben wird, auch in diesem und den nächsten Jahren nicht aufhalten!


Zitierte und weiterführende Links:

https://www.drogenbeauftragte.de/assets/Jahresbericht_2020/DSB_2020_final_bf.pdf

https://www.tabakfreiergenuss.org/jahresbericht-der-drogenbeauftragten-zeigt-gravierende-maengel/

https://vd-eh.de/jahresbericht-2020-der-drogenbeauftragten-vdeh-kritisiert-erneutes-ignorieren-der-faktenlage-zum-tobacco-harm-reduction-potenzial-von-e-zigaretten/

https://www.presseportal.de/pm/136903/4775064

https://alternativer-drogenbericht.de/wp-content/uploads/2020/10/akzeptADSB2020web.pdf

https://vd-eh.de/fact-sheet-werbebeschraenkungen-e-zigaretten-liquids-aromen-ab-2021/

https://www.tabakfreiergenuss.org/suchtforscher-plaedieren-fuer-politische-aufklaerung-zur-e-zigarette/

https://www.bvra.info/

https://www.bvra.info/das-bedeutet-tobacco-harm-reduction/


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